Ins falsche Nest
Das Privileg eines Blogbetreibers besteht darin, seine Meinung kundtun zu können, ohne dafür Politiker oder politischer Kolumnist zu sein (ich schreibe ab und zu Kolumnen zu sozialen Themen). Wenn nun das Stichwort "Zentrum gegen Vertreibung" fällt, kann ich einfach das Klappern meiner Tastatur nicht bleiben lassen und wiederholen: Zentrum ja, Berlin nein. Zum Ja: Es wird höchste Zeit, den unzähligen Menschen, die im 20. Jahrhundert ihre ursprüngliche Heimat verloren haben, einen Ort zu geben, der ihr Leiden anerkennt, der die Entwurzelung, den Identitätsverlust, die Irritation, Neuorientierung, Neuverwurzelung dokumentiert und würdigt. Zum Nein: Berlin ist schon das Zentrum Deutschlands, museal wie politisch und Letzteres ungünstigerweise schon in der NS-Zeit gewesen. Ein Zentrum zur Erinnerung an Flucht und Vertreibung sollte das Europa des 20. Jahrhunderts mit mehrfachen Vertreibungswellen in verschiedenen Staaten zum Gegenstand haben, um sichtbar zu machen, was für Auswirkungen ein damals probates politisches Mittel auf das Schicksal Einzelner hatte und hat. Daher sollte das Zentrum im Zentrum Europas stehen, nicht unbedingt in der Mitte, denn darum werden sich die geografischen Vermesser endlos streiten, aber zum Beispiel in einem Länderdreieck wie dem zwischen Polen, Tschechien und Deutschland. Ließe sich da nicht ein geeigneter Ort finden?
Frohe Ostern!
Frohe Ostern!
AnKaLe - 17:34
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