Freitag, 14. März 2008

Kreuzblüher u.a. Buchmesseneuheiten

Manchmal erwischt man jemandem auf dem falschen Fuss oder tritt zielstrebig in das größte Fettnäpfchen oder man meint, man tut das Beste und wird total missverstanden ... Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ungefähr jede zehnte Kommunikation schief läuft. Eine Freundin von mir, die so etwas wie Kommunikationswissenschaft studiert hat, schlug einmal vor, einen Friedhof für misslungene Kommunikationen einzurichten. Auf diesen Friedhof hätte ich in den letzten Jahre einige Kreuze gestellt, die alle etwas mit beruflichen Beziehungen zu tun haben.
Letztes Jahr lag zur Leipziger Buchmesse Schnee angematscht vor der gläsernen Halle, dieses Jahr blühen die Weiden und mit ihnen sprießen scheinbar Gefühle, die sich bei Unzufriedenen in Demonstrationen bis Revolutionen entladen könnten, im Moment aber eher das Gegenteil auslösen: Großes Entgegenkommen, diplomatische Gesten, angenommene Feindlichkeiten verwandeln sich in Sympathien. So stand z.B. während einer Lesung ein Kritiker neben mir, auf den ich eine ganze Zeit lang mehr als sehr ärgerlich war. Wir lachten über die selbe Sache im Vortrag, stellten uns vor, erkannten die Notwendigkeit, miteinander zu reden und rauchten die Friedenpfeife respektive -zigarette. Freundlich ausgesprochene Positionen bilden eine ganz andere Grundlage als ein Rundumverriss. Wo gehobelt wird, fallen Späne, das stimmt schon, aber darüber reden, erleichtert. Dann kann man die Späne nutzen, um eine Kommunikationsgrube zu zuschütten und eine Blume darauf pflanzen. (Falls das gewagte Bild schief gegangen sein sollte, bitte melden.)
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